| Wolle | DROPS BABY Merino |
| Hersteller | DROPS Design AB (Garnstudio) |
| Gewicht / Lauflänge | 50g / 175m |
| Zusammensetzung | 100% Schurwolle |
| Farben | 59 Weizen (Uni Colour) |
| 57 Graubeige (Mix) | |
| Spaßfaktor Wolle | ★ ★ ★ |
| Knöpfe | HobbyArts Holzknopf, 20 mm |
| Nadel | Addi addiNovel Rundstrndl. 80/100 Werbung |
| Stärke | Nadelstärke 3 |
| Quelle Anleitung | Klompelompe Babymaschen Werbung |
| Spaßfaktor Anleitung | ★ |
Als ich vergangenen Sommer erfuhr, dass ich Oma werde, war ich ein ganz klein wenig aus dem Häuschen. Seit der Flut im Sommer ’21 hatte ich so gut wie gar nicht mehr gestrickt, aber nun war das Strickfieber definitiv neu entfacht.
Strickbücher für Babykleidung
Zunächst suchte ich nach Strickbüchern oder Zeitschriften für Babykleidung. Aktuell kommt man an den Büchern von „Klompelompe“ scheinbar nicht vorbei. Bis dato sagte mir das so gar nichts, aber das ist auch nicht verwunderlich. Mein jüngster Sohn ist inzwischen immerhin auch schon 28 und Enkel gibt es noch keine.
Ein paar ganz nette Babysachen entdeckte ich spontan in der Leseprobe und so entschied ich die Klompelompe Babymaschen Werbung einfach mal zu kaufen. Gern würde ich auch über die erworbenen Bücher – inzwischen sind es ein paar mehr geworden – ein paar Worte verlieren, das würde hier jedoch ausufern. Eventuell schreibe ich hierzu mal einen eigenen Beitrag.
Geeignete Wolle für Babykleidung
Weiter gings mit der Suche nach geeigneter Wolle. Da ich selbst sehr empfindlich bin, sind meine Ansprüche hier recht hoch. Beworben wurde im Web immer wieder „Drops Baby Merino“. Also recherchierte ich ein wenig und bestellte einige – zunächst neutrale – Farben.
Um es abzukürzen: Dieses Set blieb das Einzige, das ich aus dieser Wolle strickte. Die restliche Wolle ging Retoure. Ich empfinde dieses Garn als minderwertig und kann es nicht empfehlen. Die Garnqualität variiert von Farbe zu Farbe stark. Zudem kratzte mich das Garn beim Stricken an den Beinen, wenn ich es auf dem Schoß liegen hatte. Als bittersüßes Sahnehäubchen kam hinzu, dass sich die Strickstücke bei einer sorgsamen Handwäsche wie ein Putzlumpen anfühlten. Nur mit viel Mühe bekam ich sie wieder in ihre eigentliche Form gezupft. Dies einfach nur zur Erläuterung meiner Beurteilung.
Das „Stripelars-Set“ von Klompelompe
Das Stripelars-Set war – abgesehen von ein paar Söckchen – das erste Strickprojekt, das ich für’s Baby in Angriff nahm. Die lange Knopfleiste empfand ich als sehr praktisch für ein Neugeborenes und der Stil des Zweiteilers war für Junge wie Mädchen geeignet. Überdies liebe ich Raglanpullis über alles.
Raglan von unten
Einen Raglan-Pullover von unten zu beginnen, war für mich tatsächlich Premiere. Ich war zunächst ein wenig irritiert, denn seit ich vor deutlich über 30 Jahren die Raglan-Technik für mich entdeckte, begann ich diese stets von oben. Nun, die Anleitung gab es anders vor und ich hielt mich daran. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig zunächst den Körper und zwei halbe Ärmel zu stricken, um dann alles zusammenzufügen. Vielleicht ist das typisch Norwegisch? Ich weiß es nicht.

Die unteren Kanten von Ärmel und Körper liegen jeweils doppelt, ebenso die Knopf- und Knopflochleiste. Im Falle der Knopflöcher heißt das, man muss für jedes Knopfloch zwei Löcher arbeiten, die später genau übereinander liegen müssen. An der Knopfleiste liegt das Material demzufolge letztlich 4-fach. Über die Zweckmäßigkeit dieser Herangehensweise lässt sich sicher streiten. Das Endergebnis finde ich dann aber doch recht gelungen.
Verkürzte Reihen direkt vor dem Halsbündchen sorgen für einen schönen runden Ausschnitt. Das ist für mich ein absoluter Pluspunkt. In 95% aller Strickanleitungen für Raglan-Babypullover haben die Pullis den typischen eckigen Halsausschnitt, der den Körperbau eines Menschen nicht ansatzweise gerecht wird. Der Sitz solcher Pullover lässt in der Praxis oft zu wünschen übrig.


Stripelars Strickhose
Die Hose aus dem süßen Set habe ich in einigen Bereichen anders gearbeitet, als es die Anleitung vorgab. Da in den Anleitungen keine Angaben zu Anschlägen oder Abkettmethoden gemacht werden, habe ich mich für den italienischen Maschenanschlag entschieden. Dem Bild nach zu urteilen, ist das Original mit einem anderen Anschlag – ich vermute dem Kreuzanschlag – gestrickt worden.

Außerdem sieht die Anleitung vor, dass die Beinbündchen doppelt und zweifarbig gearbeitet werden. Die Kontrastfarbe, die sich auch im Pulli findet, sollte leicht an der unteren Kante hervorschauen. Ich empfand das als wenig zweckmäßig und entschied mich für ein ganz normales Bündchen, italienisch abgekettet.
Ansonsten hat die Hose einen Baby-Po-freundlichen Schnitt. Verkürzte Reihen auf der Rückseite, sowie Zunahmen im Schritt sorgen für ausreichend Platz für das Windelpaket.


Fazit
Ich könnte mir durchaus vorstellen das Set ein weiteres Mal zu arbeiten. Besonders vor dem Hintergrund, dass mich das verwendete Garn nicht überzeugen konnte. Ob ich die beschriebenen Details dann wieder identisch arbeiten, oder nach alternativen Lösungen suchen würde, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.
Wenngleich die doppelten Kanten recht dick auftragen, gibt der einheitliche Look aus rechten Maschen dem Pullover schon einen Chic, den man mit einem Bündchenmuster so nicht erzielen würde. Insofern verstehe ich ein wenig die Herangehensweise der beiden norwegischen Autorinnen. Für ein optisch identisches Ergebnis gibt es kaum eine andere Herangehensweise.
Mützen, Handschuhe und Söckchen
Ebenfalls im Buch zu finden, sind verschiedene Anleitungen für Mützen, Handschuhe und Söckchen. Hier habe ich jeweils meine eigenen Vorstellungen mit den vorhandenen Anleitungen kombiniert. Dass die Mützen recht groß geworden sind, ist der Qualität der Wolle geschuldet. Die Kringelchen auf dem Köpfchen empfinde ich als ausgesprochen witzig. Hier nochmal ein Foto des gesamten Sets.

Sollte es mir gelungen sein, Dir Lust aufs Nachmachen gemacht zu haben, wünsche ich: Viel Spaß und gutes Gelingen!